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Neue Initiative Vinyl Plus gestartet
| Die europäische PVC-Industrie kündigte im Juni eine neue, auf zehn Jahre angelegte Initiative der Selbstverpflichtung an. Angestrebt wird unter anderem ein Quantensprung beim PVC-Recycling. |
Die Ziele, die sich die PVC-Industrie im Rahmen der neuen Initiative selbst steckt, sind sehr ambitioniert. So soll beispielsweise die recycelte Menge an PVC bis zum Jahr 2020 europaweit auf jährlich 800.000 Tonnen gesteigert werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag das Volumen bei gut 260.000 Tonnen. Hinter VinylPlus steht eine Initiative von vier Organisationen, die die europäische PVC-Industrie repräsentieren: das European Council of Vinyl Manufacturers (ECVM), die European Plastics Converters (EuPC), die European Stabiliser Producers Association (ESPA) und das European Council for Plasticisers and Intermediates (ECPI). Andreas Hartleif, Vorstandsvorsitzender der VEKA AG gehört dem Führungsgremium der Initiative an.
Fünf Verpflichtungen
Stefan Eingärtner, Geschäftsführer von VinylPlus, erläutert die neue Initiative der PVC-Branche: „VinylPlus ist eine auf zehn Jahre angelegte Nachhaltigkeits-Initiative der europäischen PVC-Industrie, die auf den Erfolgen der ersten SelbstverpflichtungVinyl 2010 aufbaut. Die neue Initiative basiert auf fünf Verpflichtungen, mit deren Einhaltung wir die nachhaltige Entwicklung von PVC fördern wollen. Dabei arbeiten wir eng mit befreundeten Organisationen wie zum Beispiel dem europaweiten Recycling-Netzwerk Recovinyl und der Vinyl Foundation zusammen. Transparenz und der offene Dialog mit internen wie externen Stakeholdern werden dabei ein Schlüssel sein, damit wir die Ziele unserer Selbstverpflichtung erreichen.“
Die formulierten Ziele der Vinyl Plus-Initiative sind:
- einen Quantensprung bei den PVC-Recycling-Mengen und der Entwicklung innovativer Recycling- Technologien zu erreichen,
- Bedenken im Hinblick auf chlororganische Emissionen anzusprechen,
- die Verwendung von Additiven auf der Basis von Nachhaltigkeitskriterien sicherzustellen,
- die Energieeffizienz sowie die Verwendung von erneuerbaren Energien und Rohstoffen in
- der PVC-Produktion zu steigern
- und die Nachhaltigkeit in der gesamten PVC-Wertschöpfungskette voranzutreiben.
Politische Unterstützung notwendig
Um diese ehrgeizigen Ziele tatsächlich in die Tat umsetzen zu können, fordert die PVC-Industrie die Unterstützung der politischen Entscheidungsträger in Europa. Dr. Josef Ertl, Vorsitzender von VinylPlus erklärt: „Was Ziele und Umfang betrifft, so ist VinylPlus sogar noch ambitionierter als Vinyl 2010. Mit ihrer ergebnisorientierten Selbstregulierung will die PVC-Industrie auch weiterhin zum Erreichen der Ziele von Europa 2020 beim nachhaltigen Wachstum beitragen. Dies wird aber ohne die Unterstützung politischer Entscheider auf EU- und nationaler Ebene nicht möglich sein. Denn nur durch effektive Strategien beim Abfall-Management und bei der Grünen Beschaffung werden wir in der Lage sein, das Recycling sowie die Verwendung recycelter Materialien voranzutreiben. Die Unterstützung eines europaweiten Deponieverbotes würde helfen, Privat-Investitionen für das Abfall- Management zu gewinnen und das ökonomische Potenzial des Recycling-Sektors zu entfalten.“
Vinyl 2010 übertraf Zielvorgaben
Im Rahmen der im vergangenen Jahr ausgelaufenen Initiative Vinyl 2010 wurde eine tragfähige PVC-Recycling-Struktur in ganz Europa aufgebaut. Auch die Bandbreite der recyclingfähigen Abfälle wurde erweitert. Allein im vergangenen Jahr verarbeitete das im Rahmen von Vinyl 2010 errichtete europaweite Netzwerk an PVC-Recyclern, zu denen auch die VEKA
|  | Umwelttechnik im thüringischen Behringen zählt, 260.842 Tonnen PVC-Abfälle - und hier wurden lediglich Post-Consumer-Abfälle erfasst, die keinen gesetzlichen Wiederverwertungs-Quoten oder -Vorschriften unterliegen. Damit wurde das Ziel von Vinyl 2010 deutlich übertroffen. Ein konkretes Ziel der Selbstverpflichtung VinylPlus ist das Recycling von 800.000 Tonnen PVC pro Jahr bis 2020. Davon 100.000 Tonnen durch innovative Technologien, um einen Weg für Anwendungen zu finden, die auch heute noch eine Herausforderung für das Recycling darstellen.
Planung eines Zertifizierungs- und Kennzeichnungssystems
Außerdem plant die PVC-Industrie die Einführung eines neuen VinlyPlus Zertifizierungs- und Kennzeichnungs-Systems. Es soll Kunden helfen, nachhaltig produziertes PVC zu erkennen und bevorzugt zu verwenden. Dies schafft gleichzeitig einen Mehrwert für die Mitglieder von VinylPlus. Dazu David Cook, Manager der internationalen Beratungsorganisation The Natural Step (TNS), die die Entwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften forciert, erklärt: „Menschen, die über die Beschaffung entscheiden, sind froh, wenn sie eine bessere Wahl treffen können. Insbesondere, wenn Lieferanten aktiv auf ihre Bedürfnisse eingehen und Nachhaltigkeits-Standards anwenden, auf die sie selbst hinarbeiten. In diesem Sinne ist Vinyl 2010 das seltene Beispiel für eine Industrie, die eine Umkehr durch freiwilliges Handeln erreicht hat. Mit VinylPlus steckt sich diese Industrie nun noch ehrgeizigere Ziele, um die gesellschaftlichen Bedürfnisse zu erfüllen sowie die Berechtigung und die Referenz von PVC als Material der Wahl für nachhaltigen Einkauf weiter zu verbessern.“
Geprüfte Ergebnisse
Transparenz und offener Dialog mit internen und externen Zielgruppen werden wie schon bei Vinyl 2010 Schwerpunkte der Arbeit von VinylPlus sein. Die Initiative wird auch weiterhin von einem unabhängigen Überwachungsbeirat kontrolliert, der sich aus Repräsentanten des Europäischen Parlamentes, der EU-Kommission, der Gewerkschaften, des Handels und Verbraucher- Organisationen zusammensetzt. Auch zur neuen Initiative soll ein unhabhängig geprüfter und verifizierter Bericht veröffentlicht werden, der die Fortschritte aller von VinylPlus gesetzten Ziele dokumentiert. Im Namen des Überwachungsbeirates konstatiert Godelieve Quisthoudt-Rowohl (MdEP): „Die Bemühungen der PVC-Industrie in den vergangenen zehn Jahren sind zu einer Referenz für Selbstkontrolle in Europa geworden. Wir begrüßen das Engagement der Industrie, mit VinylPlus die Führungsrolle Europas bei der nachhaltigen Entwicklung auf globaler Ebene zu demonstrieren.“
In Deutschland werden die Ziele der Selbst- verpflichtungs-Initiative auch von der Rewindo GmbH vorangetrieben, in der sich die Unternehmen der deutschen PVC-Profilhersteller zusammengeschlos- sen haben. Geschäftsführer Michael Vetter will die Initiative konsequent unterstützen. Vetter: „Die Profilbranche und Rewindo haben mit Vinyl 2010 und weiteren Partnern einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Ziele für das Recycling von PVC-Altfenstern in Europa geleistet. Genauso werden wir in Zukunft alles daran setzen, die gemeinsam mit der neuen Nachhaltigkeits-Initiative VinylPlus erarbeiteten Recycling-Quoten für Altfenster zu erfüllen.“
www.vinylplus.eu
www.rewindo.de
www.agpu.com |

Nach dem großen Erfolg der im vergangenen Jahr ausgelaufenen Initiative Vinyl 2010 sollen mit VinylPlus nun die Recyclingaktivitäten von PVC in Europa weiter vorangetrieben werden. Anvisiert ist eine Steigerung von jährlich 260.000 Tonnen auf 800.000 Tonnen bis 2020. Foto: Rewindo |
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